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‘Der Traum der Anderen’

Eine Insel aus Müll und die freundlichsten Menschen der Welt

Während des einjährigen Aufenthalts in Australien hörten wir immer wieder von den Australiern und Backpackern, dass wir unbedingt Bali besuchen müssen. Freundliche Menschen, billig, herrliches Wetter, traumhafte Strände wie in der Südsee. So ließen wir uns breitschlagen und flogen von Sydney nicht nach Hause, sondern nach Denpasar, Bali – war ja noch Winter in Deutschland.
In weiser Voraussicht hatten wir ein Hotel in Legian erst einmal nur für eine Woche gebucht. Man weiß ja nie.
Wir kamen nachts an und landeten im üblichen ‘Gute Nacht Gewitter’ der Tropen: Das war schon einmal nichts für mich! Schwüle 38 °C mit 100 % Luftfeuchtigkeit erwarteten uns und der übliche Kampf um ein Taxi ohne den Preis für einen Autokauf zu bezahlen. Das Hotel war auf der Schinken-Gassen-Meile von Bali, genau so wollten wir es nach einem Jahr Outback, aber es stellte sich heraus, dass es tatsächlich 24/7 Party gab.

Auffällig war die unglaubliche Freundlichkeit der Balinesen. Sobald man einen Fuß vor das Hotel setzte, hatte man das Gefühl, auf einem arabischen Basar zu wandeln. Auf einer ca. Länge von 100 Meter wird man bestimmt 20 Mal angequatscht, etwas zu kaufen.
Wir erkannten sofort, warum die Australier Bali so toll fanden. Ab 9:00 Uhr soffen sie in den Bars. Ein Ende bekamen wir nie mit. Das war schon mal nix! Das Bier wird aus Pulver hergestellt und damit für uns nicht wirklich trinkbar. Allerdings war das Essen einfach super: super billig (2 Pers. 2€), super scharf, brennt 2x – und erst die Auswahl an exotischen Früchten war irre: wie snake-fruit, dragon-fruit, Ananas, Bananen, Litschis, star-fruit, Kokosnüsse, Papaya usw. Na, das war doch was.

Sport war nur bis 7:00 Uhr morgens möglich, weil dann noch erträgliche Temperaturen von 35 °C und 100 % Luftfeuchtigkeit herrschten.

Wir zogen nach einer Woche in eine ruhigere Gegend in Strandnähe nach Seminjak um. Dort wurde man nur 18 Mal angequatscht, andere Australier soffen ununterbrochen, das Essen war immer noch billig und noch schärfer. Das war okay. Nicht okay, war der Strand und das Wasser, denn eigentlich wollten wir surfen: deshalb die Strandnähe. Der Strand war selbst für uns Strandmenschen einmalig! Wir fanden während des 2-monatigen Aufenthalts nicht einen einzigen freien Platz, wo man nicht auf Müll trat. Das Wasser sah so aus und roch nach dem Klärbecken einer Aufbereitungsanlage.
Die Balinesen waren immer noch extrem freundlich, das Essen super billig und scharf, die Australier soffen am Strand, es waren immer noch 38 °C und 100 % Luftfeuchtigkeit und für jeden Einwohner gab es drei Hunde, die alles vollschissen, aber nicht bissig waren.

Mit einem gemieteten Auto inkl. Fahrer kutschierten wir 12 Stunden um die Insel, auf der gesamten Strecke säumten ununterbrochen Häuser unseren Weg und der Müll nahm kein Ende. Man bewegte sich auf Bali tatsächlich permanent auf einer Müllhalde!
Wir aßen im Dschungel in einer balinesischen Pommesbude: eine offene Feuerstelle auf dem tollste Gerichte (Fischköpfe, Fisch, Reis, Schwarte, Fleisch) gegrillt wurden, daneben ein Podest aus Holz – Tisch und Stühle in Einem. Das war gemütlich: noch freundlicher, noch billiger, noch viel heißer, schwüler ging ja nicht, aber noch sehr viel schärfer. Zur Toilettenbenutzung besuchte man den Urwald hinter dem Haus, nichts für Frauen! Wie war das noch gleich mit der Königskobra?

Nach zwei Monaten fragten wir uns, warum Menschen das hier so grandios finden. Der einzige Grund der uns einfiel, waren die überaus freundlichen und glücklich wirkenden Menschen. Nie zuvor hatten wir ähnlich herzliche, liebenswürdige und hilfsbereite Menschen getroffen wie hier auf Bali, okay, vielleicht in Japan noch.
Warum wir zwei Monate dort geblieben sind? Nun, es war immer noch Winter in Europa und abgesehen davon übte die singhalesische Luftwaffe in 30 Meter Höhe (!) mit ihren F 15 die Rückenlage über den Hotels. Das war tatsächlich etwas! Wir dachten das Teil stürzt ab! In Rückenlage, 30 Meter über den Hotels und die Piloten haben sogar gewunken. Abgesehen davon arbeiteten wir an den beiden Büchern über Australien, die 2015 erscheinen werden…

 

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